25.07.2021

Edewechter Inklusionsteam Vorreiter für andere Kommunen in Niedersachsen

Immer mehr Vereine und Kommunen zeigen Interesse für den Inklusionssport und wollen sich hier engagieren. Auch der Bürgermeister der Stadt Vechta Kristian Kater hat nach ersten positiven Gesprächen mit Vereinen in seiner Kommune die feste Absicht, den Inklusionsbestrebungen vor allem für den Fußballsport feste Strukturen zu verleihen. 

Bürgermeister Kater besuchte nun die Sportgruppe von Helmut Machunsky auf dem neuen Sportgelände des VfL Edewecht, um sich aus erster Quelle weiter zu informieren. Zu Gast war auch der Ammerländer Landrat Jörg Bensberg, dem Machunsky ebenfalls die Anfänge des Projekts vor acht Jahren schilderte. Kurzfristig seinen Besuch absagen musste Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft, der eine ähnliche Initiative in seiner Stadt plant wie in Vechta. 


Helmut Machunsky (2.v.l.) und Andreas Hinrichs (li.) vom Edewechter Inklusionsprojekt im Gespräch mit dem Ammerländer Landrat Jörg Bensberg (re.) sowie Vechtas Bürgermeister Kristian Kater (2.v.l.).

Im September 2013 hatte der damalige Sportverantwortliche der Förderschule (Astrid-Lindgren-Schule) in Edewecht, Ronald Kühn, Kontakt zum heimischen VfL aufgenommen. Sein Anliegen war, der Verein möge den Fußballsport für Menschen mit Beeinträchtigungen anbieten. Da der VfL Edewecht ein für alle Menschen offener Verein ist, war es insbesondere für Helmut Machunsky keine Frage, diesem Wunsch nachzukommen. 

Im Oktober 2013 wurde der Grundstein für das gemeinsame Projekt gelegt. Helmut Machunsky traf sich mit der Förderschule zu einem Gespräch, bei dem Trainer, Trainingszeiten sowie Sport- und Hallenplatz festgelegt wurden. Übungsgeräte und sonstige Materialien wurden vom VFL Edewecht zur Verfügung gestellt. Helmut Machunsky, der in der Zwischenzeit seine Trainer C-Lizenz mit Schwerpunkt Breitenfußball erfolgreich bestanden hatte, übernahm die Trainingsleitung, assistiert von zwei Schülern der Förderschule, Jannik Wemken und Rojhat Celik.

Zwischen der Astrid-Lindgren-Schule und dem VfL Edewecht wurde zeitgleich eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Im Januar 2014 wurde dann eine weitere Kooperation mit der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit Wilhelmshaven, Wohnverbund Ammerland, geschlossen. Im Wohnverbund Ammerland gibt es unterschiedliche Einrichtungen, in der Menschen mit Behinderungen leben. 

Inzwischen sind auch Geflüchtete zum Team von Helmut Machunsky gestoßen sowie Menschen ohne Beeinträchtigungen sowie schwer erziehbare Jugendliche, die aber am eigentlichen Vereinsfußball nicht teilnehmen wollen. Seit einiger Zeit engagiert sich auch Andreas Hinrichs stark für die VfL-Initiative. Er selbst hatte vorher ein anderes Projekt mit gleicher Zielrichtung geleitet. Auch Machunskys Ehefrau Margarete, die zum Leitungsteam der Wohnstätte Edewecht gehört, beschäftigt sich ebenfalls im Verein sportlich mit behinderten Frauen. 


Helmut Machunsky mit seinem Inklusionsteam und externen Teilnehmern bei einer Praxiseinheit auf dem neuen Sportplatz am Göhlenweg.

Einfach und ohne Druck gegen den Ball kicken können und Spaß in einer bunten Gruppe haben: Die Inklusionsmannschaft des VfL Edewecht bietet Menschen jeden Mittwoch von 17.30 bis 19 Uhr auf dem Sportplatz am Göhlenweg genau diese Möglichkeit. Günter Nullmeyer und Felix van Mark unterstützen ebenfalls die sportlichen Aktivitäten ihrer Schützlinge. Wegen der Coronapandemie werden aber Freundschafts- und Turnierspiele erst wieder im nächsten Jahr stattfinden. 

Dann begeht der VfL Edewecht auch sein 125-jähriges Vereinsjubiläum. Aus diesem Anlass veranstaltet das Inklusionsteam am 17. Juli 2022 ein Turnier mit 16 Mannschaften, welches auf Kleinfeldern auf der neuen Sportanlage durchgeführt wird.

Unterstützt werden die Edewechter Inklusionsfußballer seit kurzem auch von Markus Pacholke, dem Geschäftsführer der „REHA Automobile GmbH Edewecht“. 


Gemeinsam sind wir stark und schaffen es: Das Inklusionsteam, Trainer, Betreuer und Gäste auf dem Edewechter Sportplatz.

Inzwischen sind viele Kontakte mit Inklusionsteams unter anderem aus Papenburg, Achim, Eichede (Schleswig-Holstein), Nordenham und Wilhelmshaven hergestellt worden. Vorgesehen ist, in den nächsten Jahren ein großes Netzwerk mit Inklusionsteam in Niedersachsen herzustellen. Das sportliche Konkurrenzdenken seht dabei aber nicht im Vordergrund. Vielmehr im Fokus stehen die menschlichen Begegnungen, die Gemeinschaft und die Freude, sich sportlich betätigen zu können. Zudem soll ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus sowie für den Abbau von Ressentiments gegen das Behindert sein gesetzt werden.

Text und Bilder: Jürgen Hinrichs

Zurück
Seite zuletzt aktualisiert am: 17.09.2021

Regionale Sponsoren