28.11.2021

In Edewecht gelingt Inklusion über den Fußball - Ministerpräsident zu Besuch

Sport taugt in besonderem Maße zur Integration. Doch beim VfL Edewecht werden Inklusion und Integration in der Fußballabteilung miteinander verbunden. Dieser besondere Ansatz hat sich offenbar bis in die Landeshauptstadt herumgesprochen, denn am Mittwoch besuchte Ministerpräsident Stephan Weil die Inklusionsmannschaft. 

Eine Mannschaft für alle 

Angefangen hat alles 2013. „Die Astrid-Lindgren-Schule hat mich angesprochen, ob der VfL Edewecht sich vorstellen könnte, Fußball für Menschen mit Beeinträchtigungen anzubieten“, sagt Helmut Machunsky. Der ehemalige Fußballer und Trainer konnte – und leitet seitdem das Training der Mannschaft, zu der 25 bis 30 Kicker gehören. „Ich habe über den Fußball so viele Menschen kennengelernt. Da wollte ich einfach etwas zurückgeben“, erklärt er.


Helmut Machunsky (li.) und Andreas Hnrichs (re.) im Gespräch mit Ministerpräsident Stephan Weil beim Rundgang auf dem neuen Edewechter Sportareal am Göhlenweg.

Später kam auch die Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH (GPS) mit Sitz in Wilhelmshaven hinzu, die selber mehrere Einrichtungen im Ammerland betreibt. Das Besondere: In der Mannschaft spielen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen miteinander, auch Flüchtlinge kicken hier mit. Kurzum: Hier ist jeder willkommen. 

Bindung an den Verein 

Der Anschluss einer Fußball-Inklusionsmannschaft an einen Sportverein ist eher selten zu finden. „Und der VfL steht voll hinter der Sache“, betont Andreas Hinrichs. Seine Tochter spielt hier selber seit acht Jahren Fußball, so kam er in Kontakt zur Mannschaft. Mittlerweile hat er das Projekt Handicap gegründet und trägt hierüber die Idee, Inklusion und Fußball miteinander zu verbinden, mit viel Energie und Herzblut ins ganze Land. 

So ergänzen er und Helmut Machunsky sich: Letzterer kümmert sich um die fußballerischen Belange, Hinrichs rührt die Werbetrommel für die Inklusion. „Hier haben wir noch viel zu tun“, weiß er. Der Sport kann dazu einen großen Beitrag leisten. 


Ministerpräsident Stephan Weil beim Torschussversuch auf dem neuen Edewechter Kunstrasenplatz.

So freut sich Hinrichs über viele Anfragen aus ganz Niedersachsen, die sich für das Projekt und die Arbeit im VfL interessieren. „Für unser Sportangebot ist das eine große Bereicherung. Als Breitensportverein wollen wir ja allen Menschen etwas bieten“, sagt der VfL-Vorsitzende Wolfgang Siefkes. Und ohne das große Engagement von Helmut Machunsky und Andreas Hinrichs könne der Verein das gar nicht leisten. 

Lob von Weil 

Dass der Ministerpräsidenten nach Edewecht gekommen ist, freut alle am Inklusionsprojekt Beteiligten. „Das ist eine große Anerkennung für uns“, betont Helmut Machunsky. Stephan Weil ist sichtlich angetan, von dem, was hier geleistet wird. „Man spürt, dass hier Feuer und Leidenschaft drin ist“, sagt er. 

Aber nur zuschauen, das geht nicht. Trainer Machunsky fordert Weil auf, sich an der Trainingseinheit zu beteiligen. Und der bekennende Fan von Hannover 96 macht das gern und zeigt, dass er auch noch immer versteht, den Ball zu spielen. „Auch wenn ich als Ministerpräsident dafür keine Zeit mehr habe“, sagt er augenzwinkernd. 


Ministerpräsident Stephan Weil war voll des Lobes über die Inklusionsarbeit beim VfL Edewecht. Die Edewechter wünschen sich weitere analoge Sportgruppen im Ammerland und darüber hinaus.

Doch bei aller Freude am Spiel mit dem runden Leder, der SPD-Politiker weiß um die Bedeutung der Inklusion. „Es geht darum, dass Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen ganz selbstverständlich miteinander umgehen. Der Sport bietet dazu breite Möglichkeiten“, so Weil. Er freue sich sehr, das Projekt und die ehrenamtlich tätigen Menschen, die sich für die Inklusion einsetzten, kennengelernt zu haben. „Der VfL Edewecht steht exemplarisch für viele Vereine in Niedersachsen, die sich in dieser Hinsicht engagieren“, lobt er. 

Die Inklusionsmannschaft des VfL Edewecht trainiert mittwochs von 17.30 bis 19:00 Uhr, im Sommer auf dem Sportplatz am Göhlenweg, im Winter in der Sporthalle der Grundschule Edewecht. Mitspielen kann jede und jeder ab 14 Jahren. 

Im kommenden Jahr findet am 17. Juli 2022 auf der Sportanlage am Göhlenweg im Rahmen des 125-jährigen Bestehens des VfL Edewecht ein Turnier mit Inklusionsmannschaften aus ganz Niedersachsen statt. 

Text: Lars Ruhsam, Nordwest-Zeitung Oldenburg 
Bilder: GPS Wilhelmshaven (3), Lars Ruhsam (1)     

                                                 

 

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Seite zuletzt aktualisiert am: 16.08.2022

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