03.12.2020

Wilhelmshavener Fußballer liefern Essen für Gastronomen aus

Der aktuelle Lockdown trifft auch die Sportvereine hart. Training und Spielbetrieb dürfen nicht mehr stattfinden. „Das ist schon bitter“, sagt Björn Först, Abteilungsleiter Fußball bei der SG Sengwarden/Fedderwarden. „Aber für uns geht jetzt dadurch die Welt nicht unter, für andere, wie etwa Gastronomen, vielleicht schon.“ 

Darum habe er überlegt, was man als Fußballverein jetzt machen kann, um zu zeigen, dass auch in diesen Zeiten etwas geht. „Ich wollte irgendwie ein Zeichen der Hoffnung setzen“, so Först. „Auch wenn das vielleicht etwas pathetisch klingt.“ Die Idee, gemeinsam Essen bei den Gastronomen zu bestellen und dieses selbst abzuholen beziehungsweise auszuliefern, war dann recht schnell geboren. „Zuerst haben wir nur vereinsintern eine Sammelbestellungen bei der Antonslust aufgegeben“, sagt Först. „Die Gaststätte hat unseren Verein schon öfter unterstützt und da wollten wir sie jetzt mal unterstützen.“ 

Jede Woche wählen die Fußballer eine andere Gaststätte für ihre Sammelbestellung aus. „Ich stelle dann die jeweilige Speisekarte in unsere Facebook- und WhatsApp-Gruppe und nehme die Bestellungen entgegen. Am Freitag geht dann die Sammelbestellung an das jeweilige Restaurant. Dort werden die Essen dann von unseren Spielern mit dem eigenen Fahrzeug abgeholt und unentgeltlich zu den Menschen nach Hause gebracht.“ 


Die SG Sengwarden/Fedderwarden mit (v.l.) Björn Först (Abteilungsleiter), Marco Eilts (Trainer), Michael Schinner, Jaschga Zaage, Tim Bergmann und Tom Müller übernehmen den Fahrdienst  für das Restaurant von Bianca Trenthammer. 

Inzwischen ist der Kreis derjenigen, die Essen bestellen, weit über den Fußballverein hinaus angewachsen. Fedderwarder, Sengwarder und auch Accumer Einwohner beteiligen sich inzwischen an dieser außergewöhnlichen Hilfsaktion. „Unser Gedanke war, dass bei wenigstens einer Großbestellung pro Woche diese Woche für den Gastronomen dann gerettet ist. Ob das so zutrifft, weiß ich natürlich nicht. Aber die Gastronomen freuen sich auf jeden Fall immer über unsere Großbestellungen.“ Diese liegen inzwischen locker bei rund 50 Essen. 

Aber nicht nur den Gastronomen ist geholfen, auch den Menschen, die das Essen nach Hause geliefert bekommen und so einen, wenn auch kurzen, Kontakt zu anderen Dorfbewohnern haben. „Und auch die Spieler bleiben auf diese Weise in Kontakt, sowohl untereinander als auch mit anderen Dorfbewohnern“, sagt Först. „Ein kurzer Plausch an der Haustür, ein ‚wie geht`s?’ oder einfach ein freundliches Hallo – die Spieler merken, wie wichtig das für andere, aber auch für sie ist.“

Walburg Dittrich (Wilhelmshavener Zeitung)
Bild: Lübbe (Wilhelmshavener Zeitung)

 

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Seite zuletzt aktualisiert am: 24.01.2021

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