Ein Derby, ein Statement: VfL Edewecht gewinnt das „Spiel des Monats“ deutlich mit 5:1

Starker Auftritt im Ammerland: Der VfL Edewecht setzt sich im Nachbarschaftsduell gegen den SVE Wiefelstede verdient durch – und überzeugt vor allem mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung.

Es war angerichtet für einen schönen Fußballabend im Ammerland. Der VfL Edewecht empfing den SVE Wiefelstede zum Derby – und gleichzeitig zum „Spiel des Monats“ des NFV-Kreises Jade-Weser-Hunte. Die Voraussetzungen versprachen eine interessante Begegnung: Die Gastgeber gingen als Tabellensechster in die Partie, die Gäste aus Wiefelstede reisten als Tabellendritter an.

Doch was auf dem Papier nach einer durchaus offenen Angelegenheit aussah, entwickelte sich vor allem in der ersten Halbzeit zu einer klaren Sache für die Gastgeber. Am Ende stand ein deutliches 5:1 (3:0) für den VfL Edewecht, der damit nicht nur das Ammerland-Derby für sich entschied, sondern auch ein sportliches Ausrufezeichen setzte.

Edewecht von Beginn an die bestimmende Mannschaft

Schon in den ersten Minuten wurde deutlich, dass die Gastgeber an diesem Abend einiges vorhatten. Der VfL übernahm die Initiative, zeigte eine gute Raumaufteilung und ließ den Gästen zunächst kaum Möglichkeiten, selbst ins Spiel zu finden.

Besonders auffällig war die taktische Ordnung der Edewechter. Trainer Lamine Ngaidio ließ seine Mannschaft überwiegend in einem 3-4-3-System agieren. Die Dreier-Abwehrreihe mit Felix Schmale, Hendrik Blokker und Fabian Stolle sorgte für Stabilität und bildete die Grundlage für einen insgesamt sehr überzeugenden Auftritt.

Auch im Mittelfeld präsentierte sich Edewecht gut organisiert. Die Gastgeber wirkten in vielen Situationen gedankenschneller, waren präsenter in den Zweikämpfen und fanden immer wieder Lösungen im Spiel nach vorne.

In der 28. Minute wurde die Überlegenheit erstmals in Tore umgemünzt: Kevin Bendig brachte den VfL mit 1:0 in Führung. Nur sieben Minuten später erhöhte Erkan Fidansoy auf 2:0 (35.). Und noch vor dem Pausenpfiff sorgte Till Eiskamp mit seinem Treffer in der 39. Minute für das 3:0.

Drei Treffer innerhalb von elf Minuten – eine eindrucksvolle Phase, in der Edewecht die Begegnung praktisch schon vorentschied. Auch in dieser Höhe war die Pausenführung angesichts der gezeigten Leistungen verdient.

Wiefelstede nach der Pause verbessert – Edewecht bleibt souverän

Nach dem Seitenwechsel versuchte der SVE Wiefelstede, noch einmal zurück in die Begegnung zu finden. Die Gäste standen phasenweise höher und suchten häufiger den Weg nach vorne. Insbesondere ab etwa der 60. Minute entwickelte Wiefelstede mehr Offensivaktivität und kam besser in die Zweikämpfe. Allerdings gelang es den Gästen nur selten, die insgesamt sichere Edewechter Defensive ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen.

Der VfL hatte die Partie weiterhin weitgehend unter Kontrolle. Die Gastgeber mussten nicht mehr mit der gleichen Konsequenz nach vorne spielen wie im ersten Durchgang, blieben aber jederzeit gefährlich. In der 77. Minute sorgte Check Traore mit dem Treffer zum 4:0 endgültig für klare Verhältnisse.

Dass Wiefelstede sich dennoch nicht aufgab, verdient Anerkennung. Der eingewechselte Steffen Winkler verkürzte in der 85. Minute per Foulelfmeter auf 4:1. Doch zu einer wirklichen Aufholjagd reichte es nicht mehr.

Stattdessen setzte Edewecht noch einen Schlusspunkt: Der ebenfalls eingewechselte Philipp Treese stellte in der 89. Minute mit seinem Treffer zum 5:1 den Endstand her.

Geschlossene Mannschaftsleistung als Schlüssel zum Erfolg

Es wäre zu einfach, diesen Edewechter Erfolg allein an den fünf Treffern festzumachen. Entscheidend war vielmehr die gesamte Mannschaftsleistung. Johannes Pankratz als Kapitän war mit Übersicht und Präsenz ein wichtiger Orientierungspunkt innerhalb einer Mannschaft, die über weite Strecken sehr geschlossen auftrat.

Besonders positiv fiel Erkan Fidansoy mit der Rückennummer 15 auf. Er zeigte eine engagierte Leistung, setzte wichtige Akzente und belohnte sich mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0. Auch Till Eiskamp wusste zu überzeugen. Er arbeitete gut für die Mannschaft und trug mit seinem Treffer zum 3:0 entscheidend dazu bei, dass die Begegnung frühzeitig in Richtung der Gastgeber kippte.

Ein besonderes Lob verdiente sich zudem die Edewechter Defensive. Felix Schmale, Hendrik Blokker und Fabian Stolle agierten als Dreierkette aufmerksam und diszipliniert. Sie ließen nur wenig zu und gaben ihren Mitspielern die notwendige Sicherheit. Überhaupt war beim VfL an diesem Abend kaum ein Schwachpunkt auszumachen. Vom Torwart über die Defensive bis hin zum Angriff wirkte die Mannschaft gut aufeinander abgestimmt.

Neuer Trainer setzt erste deutliche Akzente

Ein interessantes Kapitel dieser Begegnung war auch die Arbeit von Trainer Lamine Ngaidio. Der neue Verantwortliche an der Seitenlinie war zuvor im Nachwuchsbereich des JFV Edewecht tätig und betreute dort die A-Jugend. Nun steht er bei der Herrenmannschaft des VfL in der Verantwortung.

Seine Handschrift war an diesem Abend bereits deutlich zu erkennen. Die Mannschaft präsentierte sich gut eingestellt, taktisch diszipliniert und mit einer klaren Vorstellung davon, wie sie das Derby gestalten wollte. Natürlich lässt sich die langfristige Entwicklung einer Mannschaft nicht an einem einzigen Spiel festmachen. Doch dieser Auftritt war zweifellos ein überzeugender Beleg dafür, dass der eingeschlagene Weg stimmen kann.

Wiefelstede bleibt hinter den Erwartungen

Auf der anderen Seite dürfte man sich beim SVE Wiefelstede den Derbyabend anders vorgestellt haben. Die Gäste waren als Tabellendritter angereist und hatten sich sicherlich mehr vorgenommen. Doch insbesondere in der ersten Halbzeit gelang es ihnen nicht, den Zugriff auf das Spiel zu bekommen.

Der SVE fand zu selten die notwendigen Mittel gegen die gut organisierte Edewechter Mannschaft. Auch die verbesserte zweite Halbzeit konnte daran letztlich nur wenig ändern. Positiv hervorzuheben war Kapitän Hannes-Joon Heidemann, der sich trotz des deutlichen Rückstandes um Ordnung und Stabilität bemühte. Auch der eingewechselte Steffen Winkler brachte nach seiner Einwechslung neue Impulse und belohnte sich mit seinem verwandelten Strafstoß.

Insgesamt blieb Wiefelstede jedoch hinter den Erwartungen zurück. Für eine Mannschaft, die im oberen Tabellendrittel mitspielen möchte, war es ein Abend, aus dem sicherlich einige Lehren zu ziehen sind.

Ein bemerkenswert faires Derby – großes Lob an das Schiedsrichtergespann

Bei aller sportlichen Rivalität verdient auch eine weitere Beobachtung besondere Erwähnung: Dieses Ammerland-Derby war eine ausgesprochen faire Begegnung. Obwohl es um wichtige Punkte und die sportliche Vorherrschaft im Nachbarschaftsduell ging, begegneten sich beide Mannschaften mit dem notwendigen Respekt. Die Zweikämpfe wurden engagiert geführt, ohne dass die Partie dabei ihre sportliche Fairness verlor.

Einen wesentlichen Anteil am ruhigen und geordneten Spielverlauf hatte auch das Schiedsrichtergespann um Marcel Dahl. Der Unparteiische leitete die Begegnung souverän, bewahrte jederzeit die Übersicht und hatte das Spiel über die gesamten 90 Minuten sicher im Griff.

Bemerkenswert: Erst in der 88. Minute musste die einzige Gelbe Karte der Partie gezeigt werden, und zwar gegen den VfL Edewecht.

Eine solche Bilanz ist gerade in einem Derby keineswegs selbstverständlich. Sie spricht für die sportliche Einstellung beider Mannschaften, aber ebenso für die überzeugende Leistung des gesamten Schiedsrichterteams. Ein ausdrückliches Lob deshalb an beide Mannschaften und an das Gespann um Markus Dahl. So darf ein Derby gerne aussehen: intensiv, umkämpft, mit sportlicher Leidenschaft – aber jederzeit fair.

Edewecht meldet sich im oberen Tabellendrittel an

Mit dem 5:1-Erfolg verbessert sich der VfL Edewecht auf den dritten Tabellenplatz und steht nach zehn Spielen bei 19 Punkten und einem Torverhältnis von 34:21.

Der SVE Wiefelstede folgt ebenfalls mit 19 Punkten, allerdings aus neun Begegnungen, auf Rang vier. An der Tabellenspitze steht der TuS Eversten mit 23 Punkten vor dem FC Mariensiel mit 20 Zählern. Der Erfolg hat damit auch tabellarisch eine wichtige Bedeutung für die Gastgeber.

Fazit: Ein verdienter Derbysieger und ein gelungener Fußballabend

Am Ende gab es an diesem Abend keinen Zweifel daran, welche Mannschaft den Platz als verdienter Sieger verlassen würde.

Der VfL Edewecht überzeugte mit einer starken ersten Halbzeit, einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einer taktisch gut organisierten Vorstellung. Die Gäste aus Wiefelstede steigerten sich zwar nach dem Seitenwechsel, konnten den Edewechter Erfolg aber zu keinem Zeitpunkt mehr ernsthaft gefährden.

Für den neuen VfL-Trainer Lamine Ngaidio und seine Mannschaft war dieses 5:1 ein bemerkenswerter Erfolg. Für den SVE Wiefelstede dagegen ein Derby, das man sicherlich schnell aufarbeiten und hinter sich lassen möchte.

Was von diesem Abend aber ebenfalls in positiver Erinnerung bleiben wird, ist die ausgesprochen faire Atmosphäre auf dem Spielfeld. Beide Mannschaften und das souverän leitende Schiedsrichtergespann um Markus Dahl haben dazu beigetragen, dass sportlicher Ehrgeiz und gegenseitiger Respekt hervorragend miteinander vereinbar waren.

Und so war das „Spiel des Monats“ des NFV-Kreises Jade-Weser-Hunte ein rundum gelungener Fußballabend im Ammerland – mit sechs Toren, interessanten taktischen Eindrücken, einem verdienten Sieger und einem erfreulich fairen Miteinander.

Die Tore:

•⁠  ⁠1:0 Kevin Bendig (28.)

•⁠  ⁠2:0 Erkan Fidansoy (35.)

•⁠  ⁠3:0 Till Eiskamp (39.)

•⁠  ⁠4:0 Check Traore (77.)

•⁠  ⁠4:1 Steffen Winkler (85., Foulelfmeter)

•⁠  ⁠5:1 Philipp Treese (89.)

Halbzeit: 3:0

Endstand: VfL Edewecht – SVE Wiefelstede 5:1

Schiedsrichter: Marcel Dahl mit seinem Gespann

Besonderheit: Nur eine Gelbe Karte in der gesamten Partie (88. Minute, VfL Edewecht).

Starker Auftritt: Schiedsrichter Marcel Dahr
Ein schöner Abend im Ammerland
Wiefelstede braucht vier Defensivspieler in dieser Situation
Freistoß für Tom Eiskamp
Ercan Fidansoy (VfL) heute kaum zu bändigen

Autor: Rolf Oppenländer (Text + Fotos)